Friedensschlüsse von Lunéville und Amiens


Friedensschlüsse von Lunéville und Amiens
Friedensschlüsse von Lunéville und Amiens
 
Mit dem Staatsstreich vom 18. Brumaire (9. November) 1799 übernahm Napoleon Bonaparte die Regierungsgewalt in Frankreich. Die bedrohliche militärische Lage, derentwegen er sein Ägyptenunternehmen abgebrochen hatte, war bereits wieder stabilisiert worden.
 
Nachdem Friedensangebote Napoleons an Großbritannien und Österreich auf Ablehnung gestoßen waren, griff er mit einem neu aufgestellten Heer auf dem oberitalienischen Kriegsschauplatz ein (Zweiter Koalitionskrieg) und schlug die Österreicher am 14. Juni 1800 entscheidend. Nach einer weiteren schweren Niederlage bei Hohenlinden kam am 9. Februar 1801 zwischen Österreich und Frankreich der Friede von Lunéville zustande. Er bestätigte weitgehend den Frieden von Campoformio. Kaiser und Reich er kannten, wie zuvor Preußen (1795), den Rhein von Holland bis zur Schweiz als französische Ostgrenze an.
 
Da auch der Zar bereits mit Napoleon in Verhandlungen stand, war Großbritannien isoliert. Der Zar initiierte mit den skandinavischen Staaten einen Bund der Neutralen gegen britische Handelsübergriffe, während Frankreich seine Mittelmeerstellung auszubauen versuchte. So sah sich die britische Regierung aus innenpolitischen und wirtschaftlichen Gründen genötigt, den Krieg zu beenden. Am 27. März 1802 erkannte auch Großbritannien im Frieden von Amiens Frankreichs »natürliche Grenzen« an und verpflichtete sich, die im Krieg erzielten überseeischen Eroberungen gegen den Verzicht Frankreichs auf Ägypten herauszugeben.
 
In den Jahren 1800 bis 1804 unter Napoleon als Erstem Konsul wurden bedeutende und dauerhafte Innovationen in der Innen-, Rechts- und Kulturpolitik auf den Weg gebracht, von denen besonders das Gesetzeswerk des Code civil (Code Napoléon) eine weit über die Grenzen Frankreichs hinausreichende Bedeutung erlangte.

Universal-Lexikon. 2012.

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